LVZ: FDP will mit Marcus Viefeld in den Kampf ums Rathaus ziehen Der Vorstand der Leipziger Liberalen schlägt der Partei den früheren Kreisvorsitzenden Marcus Viefeld als Oberbürgermeister-Kandidaten vor. Der 44-Jährige hat einige Beweggründe.
vor kurzem wollte ich noch über den hintergrund meiner „politischen elternzeit“ bloggen (TL;DR: es gibt zeiten im leben, da muss man sich über die echten prioritäten klar sein…), da kommt es nach rund 2,5 jahren politik-pause etwas überraschend doch ganz anders 😮 😀
am 2. februar wählen die leipzig einen neuen oberbürgermeister und der kreisvorstand der fdp leipzig hat mich am wochenende nominiert, für die liberalen in den wahlkampf ziehen zu dürfen.
ganz unverblümt: das ist eine grosse ehre. und eine spannende herausforderung!
ich freue mich daher jetzt schon, ein paar liberale positionen für eine wachsende, weltoffene und moderne stadt einbringen zu können. es kann ja eigentlich nicht sein, dass wir 30 jahre, nachdem der freiheitswille der leipziger zum fall der mauer geführt hat, jetzt wieder alles mit verboten und unzähligen regelungen einbetonieren.
die formelle wahl zum kandidaten wird am 26.11. bei einer kreismitgliederversammlung der FDP Leipzig erfolgen. jegliche hilfe und unterstützung ist natürlich gerne gesehen 🙂
ganz ehrlich: dass mir mal „verstösse gegen die gemeinschaftsstandards“ vorgeworfen werden würden, damit hätte ich jetzt nicht unbedingt gerechnet.
und doch ist es heute nacht passiert. übrigens auch in der zweiten runde der überprüfung 😮
lag es am „peinlicher propaganda-fuzzie“ !? oder hat man den letzten satz falsch verstanden?
meinen beitrag hab ich jetzt hier im blog nochmal verfasst.
an meiner meinung, dass hier klaus kleber in einer ungebührlichen weise mit dem wahlsieger in österreich umgeht, halte ich fest. und halte sie auch nicht für hassrede, auch nicht in der von mir gewählten form.
man achte vor allem auf den letzten satz, als ob es das wahlergebnis nicht gegeben hätte. oder vielleicht: „die dummen össis hätten mal besser auf den klugen dt. onkel hören sollen“
eine unglaubliche, deutsche journalisten-arroganz, die hier erstaunlich gelassen und souverän von sebastian kurz ausgekontert wird.
bei meedia.de habe ich vorhin gelesen, dass das berliner verwaltungsgericht die livestream-angebote der bild-zeitung als „zulassungspflichtigen rundfunk“ einstuft.
offensichtlich ist das ganze ausgelöst worden durch eine beschwerde der medienanstalt berlin-brandenburg, also der für berlin zuständigen landesmedienanstalt.
meine frage, die ich gerade auch auf facebook gepostet habe:
wenn die bild-livestreams anscheinend schon eine sendelizenz brauchen, was ist dann eigentlich mit den rundfunk-ähnlichen internetangeboten der bundesregierung?
jan böhmermann hat das bereits anfang 2018 thematisiert:
kurzzusammenfassung: das grundgesetz verbietet es der bundesregierung eigentlich, einen eigenen rundfunk-sender zu betreiben. sie macht es übers internet aber faktisch trotzdem!
das problem dabei: da geht es nicht um die frage der sendelizenz, sondern der grundsätzlichen rechtmässigkeit des angebots (!)
und auch wenn man, wie ich, der meinung sein kann, dass sowas wie eine sendelizenz im internet der seltsame versuch ist, neue medien mit alten rundfunk-regularien bewerten bzw. ausbremsen zu wollen (was scheitern muss…), so finde ich schon, dass man dann auch konsequent sein muss, bei der ahndung der rechtsverstösse, egal, ob bild-zeitung, live-streamer (siehe auch: nachgehakt: Wann braucht man für Live-Streaming eine Rundfunklizenz?) oder eben bundesregierung 😮
also, liebe medienanstalt berlin-brandenburg, wann darf man denn mit eurer beschwerde gegen den bundesregierungs-rundfunk rechnen?
heute (04.09.2019) ist für mich ein spezieller tag
nicht nur geburtstag, sondern sowas ähnliches wie „fifty-fifty“:
22 jahre „wessi“ 22 jahre „ossi“
(disclaimer: ich mag beide begriffe nicht!)
vor 22 jahren, im september 1997, bin ich nach ilmenau gezogen, um dort das studium der wirtschaftsinformatik aufzunehmen. ich habe mich bewusst für diesen kleinen, idyllischen ort im thüringer wald entschieden, weil der ruf der TU ilmenau damals schon ausgezeichnet war und ich auch neugierig war, auf die neuen bundesländer und die entwicklungen der nachwendezeit, die noch voll im gange waren.
später hat es mich nach leipzig verschlagen, wo ich mich schon lange sehr wohl und heimisch fühle.
leipzig ist sicher nicht die typische „ost-stadt“, genauso wenig wie meine oberfränkische heimat, das fichtelgebirge, nicht unbedingt „typisch west“ waren und sind (allein schon aufgrund der jahrzehntelangen zonenrandlage…), und vielleicht ist es daher auch längst besser, diese unterschiede hinter uns zu lassen. wie gesagt: die begriffe „ossi/wessi“ mag ich sowieso nicht!
nur: die realität ist eben eine andere. alte und neue bundesländer sind noch immer grundverschieden!
die landtagswahlen am letzten wochenende haben das leider erneut gezeigt. ja, der union unter michael kretschmar ist es in sachsen immerhin gelungen, den stempel „dunkel-afd-land“ zu vermeiden. aber bei 27% für die afd darf man ganz unverhohlen fragen: was ist da eigentlich schief gelaufen? und ja, diese frage bekomme ich von meinen westdeutschen freunden regelmässig gestellt :-/
ich habe viele erklärungs-ansätze, die hier etwas den rahmen sprengen würden. aber in den letzten tagen kam ich über einen text der krautreporter, der krass lang ist (wirklich!), aber der sich erstaunlich gut mit den entwicklungen, fehlern, aber auch erfolgen der treuhand beschäftigt, zu einem weiteren blickwinkel.
grob zusammengefasst: der eindruck, dass es sehr viele wende-verlierer gab, die dies über jahre hinweg selbst kaum belegen konnten, aber zu einem diffusen gefühl führte, man wäre „vom westen über den tisch gezogen“ worden, wird mit vielen fakten teils belegt, teils widerlegt.
super spannend zu lesen! wer den ganzen text (30 pdf-seiten!) lesen mag, pingt mich auf dem passenden kanal einfach kurze an 😉
ab morgen bin ich also länger „ossi“ als „wessi“, oder anders: ich bin dann länger in einem umfeld der ständigen veränderung, der neuorientierung, des aufbruchs, hinfallens und krone richtens, als ich im vermeintlich „stabilen westen“ leben durfte. klar, auch dort ist die welt in den letzten 30 jahren nicht stehen geblieben. aber: die festen strukturen, die geübte routine und vieles mehr haben die veränderungen lange nicht so hart ausfallen lassen, von den grundlegend anderen ausgangslagen vor 30 jahren mal ganz zu schweigen!
bin ich damit nun auch „ossi“!? eher nicht 😉 zugezogene werden auch in bayern erst in dritter generation „einheimisch“ 😀 aber auch ein „wessi“ bin ich schon lange nicht mehr, siehe oben…
trotzdem: zwei sichtweisen auf dieses land zu haben, hilft auch dabei, nicht in panik zu verfallen. ich sehe die politik weiterhin in der pflicht, die wirtschaftlichen lücken zwischen ost und west zu schliessen, ich warne ausdrücklich davor, mit dem „besser-wessi“-zeigefinger nur auf vermeintliche nazis im osten zu zeigen, und würde mir mehr gesamtdeutsche biografien wünschen, wie ich sie selber inzwischen erlebt habe. und natürlich muss man auch offen und ohne blatt vor dem mund über fehler, über erfolge, über falsche versprechen und über zu viel wunschdenken in der nachwendezeit sprechen.
dann klappt es auch mit der längst überfälligen emotionalen wiedervereinigung <3