Wahl zur IHK Vollversammlung

Vom 2.2. bis 24.3.2026 können die Mitglieder der Industrie und Handelskammer zu Leipzig ihre Vollversammlung für die Jahre 2026 bis 2031 wählen.

Die Vollversammlung ist praktisch die basisdemokratische Stimme der Unternehmer und Selbstständigen in der Region Leipzig und vereint an einem Ort verschiedene Branchen, Persönlichkeiten und Sichtweisen.

Ich war von 2016 bis 2021 bereits Mitglied der Vollversammlung und habe mich damals unter anderem dafür eingesetzt, dass die Kreativwirtschaft mit einem eigenen Ausschuss vertreten und sichtbar(er) wurde.

Mit meinem breiten Erfahrungsschatz als Selbstständiger (seit 1997), politischer Überzeugungstäter (u.a. Vorsitzender der Jungliberalen Aktion Sachsen und Kandidat zur Oberbürgermeisterwahl in Leipzig 2020) und aktuell als Stadtbezirksbeirat für Leipzig Mitte (seit 2024) bringe ich verschiedenste Perspektiven aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung in dieses Gremium ein und will mich gerne wieder dafür stark machen, dass in der IHK auch weiterhin die Soloselbständigen, Kleinst- und Kleinunternehmen der Kreativbranchen eine kräftige, mitunter auch unbequeme Stimme haben.

Ich würde mich natürlich über jede Unterstützung bis zum 24. März 2026 freuen.
Wählen können mich leider nur die Unternehmer und IHK-Mitglieder aus der Wahlgruppe 8 (Medien, Information und Kommunikation) – also auch gerne weitersagen 🙂

Mehr Informationen zum Ablauf der IHK-Wahlen zur Vollversammlung gibt es auf https://www.leipzig.ihk.de/infos-zum-ehrenamt/ihk-wahl-2026/ und dort findet man auch einen kleinen Steckbrief von mir 🙂

„Freiheit ist ein Glücksfall mit Wartungsaufwand“

Auf Facebook ist mir ein grandioser Text über den Weg gelaufen.
Aufgeschrieben vom ostdeutschen Stand-up Comedian Ingmar Stadelmann

Als Ostdeutscher wird mir bei den Bildern aus dem Iran nochmal deutlich:
Wie viel fuckin Glück wir 1989 hatten…
Uns wird unsere eigene Geschichte ja gern als Heldensaga erzählt.
Friedliche Revolution. Kerzen. Mut. Volk erhebt sich. Freiheit siegt.

Klingt wie ein Disneyfilm nur ohne Merchandising aber mit Joachim Gauck.
Was man dabei gern vergisst:
1989 war kein Naturgesetz.
Das war kein Drehbuch.
Das war ein historischer Zufall mit Sicherheitslücke.
Die DDR ist nicht gefallen, weil Freiheit immer gewinnt…

Sie ist gefallen, weil sie pleite war, weil Moskau keinen Bock mehr hatte und weil ein Funktionär am Grenzübergang wegen eines gewissen Herrn Schabowski bei „sofort“ eine Denkpause gemacht hat, die Geschichte schrieb.

Wir hatten Glück.
Unfassbares Glück.
Zur richtigen Zeit die richtige Schwäche auf der falschen Seite der Macht.

Heute wird Freiheit diskutiert wie ein Streaming-Abo:
„Brauch ich das wirklich?“
„Gibt’s das auch günstiger?“
„Warum darf ich da nicht alles sagen, was ich will, ohne Konsequenzen?“

Freiheit ist kein selbstverständlicher Zustand.
Freiheit ist ein Glücksfall mit Wartungsaufwand!

1989 war kein Beweis dafür, dass Diktaturen immer scheitern.
Es war der Beweis, dass sie manchmal stolpern.
Und dass man im richtigen Moment zufällig danebenstehen kann.

Die Leute im Iran haben keinen historischen Bonus.
Keinen Westen, der zuschaut und denkt: „Ach, diesmal klappt’s bestimmt.“
Sie haben nur Mut – und das ist leider die schlechteste Währung gegen Gewehre.

An die Menschen im Iran:
Euer Mut ist nicht vergeblich, auch wenn er gerade noch keinen Sieg kennt.
Geschichte braucht Zeit.
Freiheit kommt selten pünktlich…
aber sie kommt nie ohne euch

Zur (jährlichen) Wiedervorlage empfohlen!

Petition des Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD)

Ich habe gerade eine Petition des Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V. – VGSD und anderer unterschrieben:

Der Koalitionsvertrag muss wirksame Maßnahmen für Solo- und Kleinstunternehmen enthalten!

Mit folgender Begründung:

Öffentlichkeit, Politik, Gewerkschaften haben vom Arbeitsmarkt immer nur ein (schiefes) Bild: Gefrässige Großkonzerne auf der einen, schutzbedürftige, ausgebeutete Arbeitnehmer auf der anderen Seite.

Leider gehen in dieser übertriebenen Konfrontation die kleinen Unternehmen, Familienbetriebe und Solo-Selbständige komplett unter. Es fehlt an Repräsentanz, an positiven Vorbildern und Role-Models, und vor allem: an Respekt und Wertschätzung durch „die da oben“ in Berlin und leider auch in den Medien.

Die Flut an Vorschriften und steuerlichen Belastungen sind daher nur logische, täglich wiederholte Praxis dieser fehlenden Wertschätzung.

Es wird Zeit, dass sich ein zukünftiger Kanzler, der sich bisher dafür rühmte, auch in der Wirtschaft tätig gewesen zu sein, dies auch in den politischen Rahmenbedingungen erkennen lässt.

Leider fehlt mir zunehmend die Hoffnung, dass dies auch passieren wird.

Stadtbezirksbeirat Leipzig Mitte

»Sie sind mit Beschluss der Ratsversammlung vom 18.09.2024 in den Stadtbezirksbeirat bestellt worden. Dazu möchten wir Sie herzlich beglückwünschen. Für die ehrenamtliche Tätigkeit wünschen wir Ihnen viel Kraft und Erfolg bei der Bewältigung der nicht immer ganz leichten Aufgaben zum Wohle der Stadt und insbesondere Ihres Stadtbezirks.«

Das mit der politischen Elternzeit ist damit wohl erstmal (wieder) vorbei.

Freu mich sehr, mich für die Belange des Stadtbezirks Leipzig Mitte zukünftig mit einbringen zu dürfen 🙂

Normalität als Kind der 90er

Ein schneller Facebook-Crosspost:

ich bin zwar rund 10 Jahre jünger, kann aber praktisch alles exakt so unterschreiben 👏 👏👏

Von: Alexander Wendt
Ich muss es an dieser Stelle einmal sagen: Ich bin jetzt 58, und alles in allem dankbar, dass ich vor ziemlich langer Zeit eine Loveparade ohne Absperrungen und Polizei erlebt habe, CSD-Feiern ohne Polizei und ohne Politiker auf einem Mottowagen und ohne nackte unästhetische Personen, Oktoberfeste ohne Taschenkontrolle, Feste in kleinen und größeren Orten ohne Merkellego und Security, Fußgängerzonen, die noch nicht wie erweiterte Bahnhofsvorplätze aussahen, und Bahnhofsvorplätze, auf denen man sich aufhalten konnte, statt sie wie heute so schnell wie möglich durchzulaufen. Ich kenne noch die Zeiten, in denen die Tagesschau und das Heute-Journal Nachrichten brachten. Es gab Zeiten, in denen ich einen Fernseher hatte. Ich habe noch die Zeiten erlebt, in denen es interessant war, den SPIEGEL und die FAZ zu lesen. Die FAZ kaufte ich mir damals; heute nehme ich sie ab und zu aus dem Sportstudio mit, wo sie kostenlos ausliegt, um immer wieder festzustellen, dass es richtig war, kein Geld dafür ausgegeben zu haben. Ich habe noch Zeiten erlebt, in denen im Wort „Bundeskanzler“ und „Außenminister“ eine gewisse Würde mitschwang. Ich habe die Zeit zwischen dem 9. 11. 1989 und dem 11.9. 2001 erlebt, die halkyonische Phase, in der es so aussah, als wären die einen Quälgeister für immer verschwunden, und als die neuen sich zumindest im Westen noch nicht zeigten.

Wie gesagt: alles in allem bin ich froh darüber.

Ich kann mit dem Begriff „Normalität“ deshalb etwas anderes verbinden als jemand mit dem Geburtsjahr 2000.

(zum Original-Beitrag)